Schützengilde Schützenfest Gardekompanie Jägerkompanie Schützenkompanie Frackkompanie Sportschießen

Frackkompanie

Chronik der Frackkompanie

Die Frackkompanie ist die kleinste Kompanie der Schützengilde Lüchow, sie hat derzeit zwölf Mitglieder. Mit Rücksicht auf das hohe Alter der meisten Mitglieder, denen das Marschieren zunehmend schwer fällt, meldete sich die Kompanie im Jahre 2005 als inaktiv, sie nimmt seitdem nicht mehr aktiv am Schützenfest teil. Gleichwohl hält die Gemeinschaft die Tradition aufrecht, trifft sich zum Auftakt des Schützenfestes zum Zapfenstreich und bei der Nachfeier zur Kaffeetafel, unternimmt alljährlich am Himmelfahrtstag einen Ausflug und feiert im harmonischen Kreis eine stimmungsvolle Adventsfeier.

Die Frackkompanie besteht seit dem 10. Mai 1893. Julius Kreisel und Hermann Schultz waren seinerzeit die Initiatoren der Gründung, ihr Bestreben war es, „immer weitere Kreise zu der Gilde heranzuziehen“. „Diese Kompanie sollte in erster Linie jene zu interessierenden Kreise der Bevölkerung in sich vereinen, die aus irgendwelchen Gründen bisher der Schützengilde ferngeblieben waren“, schrieb Verleger Ernst Köhring in der von ihm im Jahre 1952 herausgegebenen Gildechronik über die jüngste Abteilung der db245103454. Im Jahre 1911 gab sich die Frackkompanie eine schlichte schwarz-weiße Seidenfahne mit der gestickten Aufschrift „Frackkompanie der Schützengilde zu Lüchow“ und dem Gründungsdatum.

Den Frack als „Uniform“ gab es bei der Lüchower Schützengilde allerdings schon in früheren Jahren, als die Lüchower Gilde nur aus einer Kompanie bestand: der „Schwarzen“ im Frack und „Dreimaster“ – also dem Dreispitz als Kopfbedeckung. Die Frackkompanie setzte also mit ihrer Gründung 1893 eine alte Tradition der Gilde fort: Wie die Gildebrüder im 18. Jahrhundert zum Schützenfest ihren Sonntagsrock, den schwarzen Frack, anzogen und den Dreimaster aufsetzten, so marschierten die Frackisten weit über 100 Jahre lang im Frack und mit Zylinder.

Dieser Frack indessen wurde ihnen während des „Dritten Reiches“ zum Verhängnis, denn damals fehlte es nicht an Strömungen, die in den Schützengilden und ihren Institutionen etwas Überlebtes und Unzeitgemäßes sahen und die offen auf die Beseitigung der Gilden hinwirkten. Mit viel Geschick gelang es der Lüchower Gilde – unter Hinweis auf die Bedeutung des Schießsports in der damaligen Zeit – die Eigenständigkeit zu bewahren.
Als NS-Parteifunktionäre das damals in städtischem Besitz befindliche Schützenhaus in ein nationalsozialistisches Jugendheim umwandeln wollten, kam der Vorstand der Lüchower Schützengilde diesen Plänen zuvor, trat mit der Stadt in Verhandlungen ein und kaufte das Schützenhaus. Im Rahmen dieser Verhandlungen erwirkte der Gildevorstand die Zusicherung, dass die Garde-, Jäger- und Schützenkompanie weiterhin in ihren Traditionsuniformen auftreten durften, nur eben der Frackkompanie wurde das nicht gestattet, sie wurde gewissermaßen ein Opfer des NS-Regimes, denn der Nationalsozialismus sah im Frack ein überlebtes und klassengebundenes Kleidungsstück. Um die Ankaufverhandlungen nicht zu erschweren und der Gilde die Pflege von Tradition und Brauchtum zu sichern, beschloss die Frackkompanie 1938, sich formell aufzulösen, der Gilde aber weiterhin fördernd verbunden zu bleiben.

Ein Jahr zuvor hatten die Frackisten noch einen Schützenkönig gestellt. 1937 gelang dem Tierarzt Dr. Kurt Becker der beste Schuss. Der letzte König der Gilde vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 war Otto Krome aus Wustrow, ein Angehöriger der aufgelösten Frackkompanie, also ein Frackist ohne Frack.

Als die Lüchower Schützengilde nach zehnjähriger Unterbrechung im Sommer 1949 erstmals wieder Schützenfest feierte, wurde der Ziegeleibesitzer Walter Schröder aus Güstritz, Mitglied der Frackkompanie, erster Nachkriegskönig. Der nächste Gildekönig aus den Reihen der Frackkompanie war der Verleger der Elbe-Jeetzel-Zeitung, Ernst Köhring, im Jahre 1955. Fünf Jahre später, also 1960, schoss sich Juwelier Georg Schröder von der Frackkompanie zum Schützenkönig. 1969 war wieder ein Frackist König: Auktionator Werner Hennings. Im Jahre 1978 trug erneut ein König den Frack: Optikermeister Günter Postleb hatte Mut, eine ruhige Hand und ein scharfes Auge, um den Königsschuss zu plazieren. Seitdem ist es keinem Frackisten gelungen, die Königswürde zu erringen.

Die Hauptleute der Frackkompanie

Die Reihe der Hauptleute der Frackkompanie ist leider unvollständig. Wer in den Jahren nach der Gründung an der Spitze der Kompanie stand, lässt sich nicht mehr ermitteln. Bekannt ist hingegen, dass in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg Berthold Roggan und Walter Schröder als Hauptleute die Frackisten führten.

Im Jahre 1951 trat Hans Schneider an die Spitze der Kompanie, der er bis zu seinem Tod im Jahre 1968 wertvolle Impulse gab. 1961 zum Bürgermeister der Stadt Lüchow gewählt, war er auch ein vorbildlicher Gildemeister. Herbert Winterhoff wurde sein Nachfolger. Er marschierte der Frackkompanie 14 Jahre lang, bis zu seinem Tod im Februar 1982, voran.

Werner Hennings übernahm daraufhin die Kompanieführung, nach fünf Jahren erfolgreicher Arbeit stellte er das Amt des Hauptmannes Ende 1986 zur Verfügung. Nach ihm übernahm Kurt Schmidt die Führung der Kompanie und damit eine Verantwortung, der er sich bis Februar 1998 mit großem Engagement stellte. Knut Schwarting wurde sein Nachfolger, er führte die Frackkompanie bis zum Schützenfest 1998.

Im Juli 1998 übernahm Werner Kreschel die kommissarische Leitung der Frackkompanie. Ab dem 1. Juli 1999 wechselte die Kompanieführung alljährlich, jedes Mitglied der Kompanie übernahm für ein Jahr die Pflichten des Hauptmannes. Im Oktober 2004 kehrte Werner Kreschel an die Spitze der Kompanie zurück, er blieb bis Dezember 2005 im Amt. Seitdem liegt die Kompanieführung in den Händen von Hans-Hermann Müller.

Der Hauptmann der Frackkompanie trägt eine silberne Kompanieführerkette, die Lüchows Bürgermeister Ernst Behrens der Kompanie anlässlich ihres 60. Gründungsjubiläums während des Schützenfestes im Jahre 1953 überreichte. Die Plakette trägt die Inschrift: „1893 – 1953 Der Frackkompanie der Schützengilde zum 60jährigen Bestehen, gestiftet von der Stadt Lüchow.“
  • Schützenkompanie
  • Vorstand/Führung
  • Neuigkeiten
  • Termine
  • Bildergalerie
  • Patenpokalschießen
  • Kontakt
Impressum | Datenschutzerklärung